Kampala, Jinja, Entebbe

Uganda, the Pearl of Afrika

Obwohl Uganda nach wie vor den Ruf eines Musterlandes der Entwicklungszusammenarbeit geniesst, ist es trotz eines realen Wirtschaftswachstums von knapp sechs Prozent nicht gelungen, die Armut nachhaltig zu senken. Das proKopf  Einkommen liegt bei ca. 310 $ pro Jahr. Besonders die Lage in den nördlichen Gebieten, in denen die kriminelle Lord's Resistance Army (LRA) seit mittlerweile zwei Jahrzehnten ihr Unwesen treibt, ist angespannt. Obwohl sich diese Kampfeinheiten derzeit in den Kongo und den Südsudan zurückgezogen haben, kann man noch nicht von einer entspannten Situation im Norden ausgehen. Altpräsident Museveni ist nun mittlerweile seit 1991 im Amt und er wurde zuletzt erneut 2011 bestätigt. Auch das Gefälle zwischen den urbanen Zentren und den ländlichen Gebieten verschärft sich kontinuierlich. Auch der selbsternannte Prophet Kony ist wieder aktiv. Die wohl bekannteste Figur war mit Sicherheit Idi Amin, der von 1971-1979 als ugandischer Diktator herrschte und tötete. Zwischen 300.000 und 400.000 Menschen sollen während seiner Herrschaft zum Opfer gefallen sein.

Skyline of Kampala Uganda

Matatubahnhof in Kampala

Shops in den Aussenbezirken

Uganda bietet eine sehr grüne Vegetation,  und ist größtenteils von Seen, Savannen und Regenwäldern geprägt. Der größte und bekannteste See ist wohl der Victoria-Lake, wo man auch die Quelle des weissen Nil im District Jinja findet. Uganda gibt eine Einwohnerzahl von mehr als 26 Millionen an. Es war eines der ersten Länder Afrikas, das zugegeben hat, von AIDS betroffen zu sein. Früh setzten Aufklärungskampagnen ein und Aids wird im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten sehr offen diskutiert. Da Uganda als Vorzeigeland in der Aidsbekämpfung unter hohem internationalen Erfolgsdruck steht, sollten alle Angaben zur Bevölkerung deshalb unter diesen Gesichtspunkten kritisch hinterfragt werden. (Quelle Wikipedia)

deutsche Botschaft in Uganda

 Eine der Hauptgründe für Touristen ist wohl die Pirsch zu den Mountaingorillas im Gebiet der Virunga-Vulkane und dem Bwindi-Wald. Aber auch sonst bietet das Land eine umfangreiche Pflanzen - und Tiervielfalt. Allerdings ist die Verarmung so krass, daß man den Touristen mit allen Mitteln nur an sein Bestes will. Und das kann mitunter nervig sein. Das Matatu (Kleinbus) ist natürlich auch in Uganda Fortbewegungsmittel No. 1. Da stehen auf dem Busbahnhof  hunderte dieser Busse kreuz und quer und man muss seine Linie erst einmal finden. Dann wird bis zum letzten Platz und noch drüber aufgefüllt und erst danach gehts los. Hat natürlich einen Riesenvorteil wenn man in einen anderen District will. Der Bus hält nicht zigMal und man kommt zügig ans Ziel. Das Land bietet ebenso Nationalparks für Tierbeobachtungen und kann mit einer sehr ausgeprägten Landschaft punkten. Ob es die Regenwälder zur Grenze Ruandas sind oder die Savannen im Zentrum des Landes. Hier kommt der Pauschaltourist ebenso wie in Kenia zu seinem Urlaubserlebnis. Nur in puncto Service muss noch viel getan werden. Unqualifiziertes und unterbezahltes Personal lösen keine Woge der Begeisterung bei den Betroffenen aus. Man schläft so in den Tag hinein und wartet auf den Feierabend. Wartezeiten von über 1 Stunde beim Lunch oder Dinner waren keine Seltenheit.

Ugandas Hauptgericht ist Matoke, ein Gemisch aus Kartoffeln und Bananen, Bananen die man überall in großen Stauden zu kaufen bekommt. Sehr nahrhaft und es wird mit allem möglichen Fleisch oder Fisch kombiniert. Sehr schmackhaft auch der Kopf des Victoriabarsches in einem Gemisch was wir als Eintopf bezeichnen würden. Und für umgerechnet 80 Cent ein mehr als ausreichendes Mittagessen, nicht unbedingt geeignet für sensible Mägen. Kampala ist eine sehr lebendige Stadt. Es wuselt dort an allen Ecken und Enden. Fantastisch die Fahrten mit dem BodaBoda (kleine Motorräder), aber die Knie sollten dabei eingezogen werden, um nicht den nächsten Aussenspiegel der im Stau stehenden Fahrzeuge mitzureissen. Es ist anstößig, wenn Frauen rittlings auf dem Sozius sitzen. So sitzt man seitlich und hat sein Gepäck oder das Kind auf dem Schoß. Downtown kann man sehr relaxed shoppen, man hat teilweise das Gefühl das die dort gar nix verkaufen wollen, da muss man richtig auf die Theke klopfen damit sich jemand bewegt. Geld wechselt man in so genannten Moneybeauros. Ein Vergleich dieser bezgl. Kurs und Gebühren lohnt sich jedoch auf jeden Fall. Wichtig mit einer Mastercard kommt man fast an kein Geld. In Kampala spricht man nur VISA.

Barclaycard Kreditkarten
 

Die Quelle des weissen Nils

Die Quelle des Nils befindet sich am Nordufer des Viktoriasees bei Jinja, der zweitgrößten Stadt in Uganda, die nur 80 Kilometer östlich von Kampala und 143 Kilometer westlich von der kenianischen Grenze entfernt liegt. Der Victorianil ist auch berühmt für seine Stromschnellen, wo mittlerweile Wildwaterrafting, Kanufahrten oder Bootsfahrten angeboten werden. Bei den vielen Wasserfällen ist meistens auch ein Restaurant vorhanden wo man bei einem kalten Bier oder Soda die Aussicht genießen kann. Auch findet man dort wie überall an Plätzen mit Attraktion die fliegenden Händler, aber mit Preisen jenseits von Gut und Böse.  Lustig waren die jungen Folkloregruppen am Bujagali-Wasserfall. Sie waren in der Regel am schlafen und einer von denen hat aufgepasst.

Jinja Nilquelle

Und wenn sich ein Mzungu in ihre Nähe begab, sprangen sie auf und trommelten, tanzten und sangen wie die Wilden um irgendwie ein paar Schillinge zu ergattern. Es war wieder das typische für Uganda, no Service nur Nepp und jede Menge zwielichtige Gestalten, die Dollaraugen bekommen wenn sie einen Mzungu sehen. Eher unspektakulär, die Aussicht auf die Quelle des Nils, die 10 € für das Taxi wären woanders besser angelegt gewesen. Und überall die rote Erde Afrikas. Der Staub war bis in der kleinsten Ritze.
An dem Ort länger zu verweilen macht in meinen Augen wenig Sinn. Auch in der Stadt Jinja war nicht unbedingt viel los.
Uganda liegt noch im Märchenschlaf, und vielleicht wachen sie ja dort auch mal auf. Denn das Land ist wirklich sehr schön.

Nilquelle Jinja

Ein trauriges Ereignis: Viktoriasee wird zum bedrohten See des Jahres 2005 erklärt.

Victoria Lake

KK Beach Resort am Victoriasee

Der Viktoriasee mit einer Fläche von 68.800 qkm ist der zweitgrößte Süßwassersee der Welt. Er grenzt an die Staaten Kenia, Uganda und Tansania und ist mit seinen vielen Fischarten mit eine der wichtigsten Nahrungsquelle in Afrika. Am bekanntesten ist der Nilbarsch der bei uns als Victoriabarsch im Handel erhältlich ist. Dieser wurde in den 60er Jahren gezielt im Viktoriasee angesiedelt um einen Aufschwung der Fischerei zu erreichen. Durch seine rasante Vermehrung wurde dieses Ziel zwar erreicht aber es endete mit einem Desaster, da durch ihn hunderte Buntbarscharten ausgerottet wurden. Da es daher auch kaum noch algenfressende Fische gibt ist der See stark mit der Wasserhyazinthe überwuchert. So hat der See mit massiven Umweltproblemen wie Verschmutzung und Sauerstoffmangel zu kämpfen. Ein tolles Erlebnis hatte ich auf einen der vielen Fischmärkte am See. Dort werden mit lautem Gebrüll die tagesfrischen Fänge versteigert und da werden schon auch mal sehr hitzige Diskussionen geführt.

Wasserhyazinthen im Victorialake

Gerade um den Viktoriasee ist das Bevölkerungswachstum im Gegensatz zu anderen Gebieten sehr hoch. Hat natürlich auch viel damit zu tun, dass der See den Menschen auf verschiedenste Art und Weise Brot und Arbeit gibt. Die Märkte direkt am See bieten eigentlich all das was man sich vorstellen kann. Nur mit der Sauberkeit hat man als Mzungu schon seine Probleme. Aber die Freundlichkeit der Menschen dort schiebt das alles in den Hintergrund. Die Fleischspieße waren auf jeden Fall sehr lecker.

Fischmarket am Lake Victoria

Prostitution, der Fischhandel ist auch leider eng mit der Prostitution verbunden. Viele Frauen haben Sex mit den Fischern um Fisch zu einem guten Preis zu bekommen. Anschließend müssen die Busfahrer überzeugt werden die etwas anrüchige Ware zu transportieren und dann sind auch noch die Markthändler die den Fisch gut verkaufen sollen. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen schätzt, dass die HIV-Rate bei ca. 70% aller Beteiligten ist. So zieht sich ein trauriger Leitfaden durch die Geschichte des Victoriasees, der einerseits Wohlstand verspricht und auf der anderen Seite nur Elend bringt.

Mal wohnen wie die englische Queen? Kein Problem.

Mit eines der besten Plätze im District Kampala. Hotel, Konferenzen, Fun und vieles mehr bei Preisen die nach oben offen sind. Letzter prominentester Besuch war von der Queen Elizabeth in November 2007 mit vielen Vertretern afrikanischer Nationen. Ein Platz für alle Gelegenheiten.

Luxus pur in Uganda

Restaurant

Cafestube im Outdoor

Hotellobby Munyonyo Commonwealth Resort

Entebbe

ehemalige Hauptstadt von Uganda mit ca. 62.000 Einwohnern. In Entebbe befindet sich auch der International Airport, welcher in 2007 komplett neu renoviert und erweitert wurde. Ausschlaggebend war da natürlich der Besuch der Queen zum Commonwealth Treffen der afrikanischen Staaten und die Gelder für den Airport kamen natürlich aus Europa. Erwähnt werden sollte auch, dass hier 1976 die israelische Armee die Operation ENTEBBE durchgeführt hatte. Palästiniensische Terroristen entführten damals eine AirFrance Maschine und wollten, mit dem Einverständnis der damaligen Militärregierung unter Idi Admin, mit den jüdischen Passagieren 53 inhaftierte Palästinenser freipressen. Mit über 100 israelischen Elitesoldaten wurden diese Geiseln dann befreit, wobei 7 Terroristen und drei Geiseln getötet wurden sowie der Großteil der ugandischen Kampfjets zerstört wurde. Ebenfalls sollen 45 ugandische Soldaten dabei ihr Leben gelassen haben. Man findet noch eine Anlegestelle mit einem Fischereihafen aber seit Port Bell als Hafen Kampalas genutzt wird gibt es dort wohl keinen Schiffsverkehr mehr. Die Hauptversorgung von Uganda erfolgt ja doch über die Strassen von Mombasa aus.

Eingang zum Tierpark Entebbe

2 Rhinos im Park

Heilpflanzengarten

Grabstein im Gehege

In Entebbe findet man weiterhin einen zoologischen Garten direkt am Viktoriasee gelegen. Man trifft dort auf die gängigsten Wildtiere aus der Savanne sowie einem einzelnen Löwen, in dessen Gehege nur noch ein Grabstein an seine frühere Partnerin erinnert. Unheimlich interessant dort ist ein Garten mit vielen Kräutern und Heilpflanzen liebevoll angelegt. Jede Pflanze wird in Landessprache und Englisch beschrieben. Es gibt keine  Krankheit gegen die kein Kraut gewachsen ist. Eine Kräuterküche schliesst sich an wo auch Vorführungen gemacht werden für zukünftige Heiler oder auch nur für Touristen.

Tiere der Savanne

Uganda hat für den europäischen Afrikafreund jede Menge zu bieten und es hat im Moment die Chance, Kenia den Rang abzulaufen. Traumhafte Flora und Fauna mit einer artenreichen Tierwelt und natürlich den Highlights, einmal die Berggorilla zu bewundern. Auch wenn das Land mit zu den politisch stabilsten Afrikas zählt, begegnen einem doch tagtäglich die Auswirkungen jahrelanger Diktaturen und Bürgerkriegen. Die AIDS-Rate ist sehr hoch, und die Arbeitslosigkeit  und Armut gerade in den ländlichen Gegenden ist erdrückend. Das Land steckt touristisch gesehen noch in den Kinderschuhen obwohl zahlreiche moderne Hotels und Unterkünfte vorhanden sind. Auch die Qualität der Speisen ist vortrefflich und man bekommt eigentlich allen Luxus den jeder persönlich benötigt. Auf meinen Reisen durch den Busch trifft man auf freundliche Menschen die sehr wißbegierig sind und die gern ihrem Elend entfliehen würden. Wenn irgendwann das Tempo im Service zunimmt kann ich Uganda sehr empfehlen. Und vielleicht schaffen es ja irgendwann mal deutsche Airliner Entebbe direkt von Deutschland anzufliegen. Leider ist Norduganda immer noch nicht sicher. Der selbst ernannte Prophet Joseph Kony hat mit seinen Kindersoldaten erneut Angriffe begonnen. Im Juni 2008 sollen bei Übergriffen 23 Menschen ums Leben gekommen sein. Seit über 20 Jahren massakriert Konys Truppe ganze Landstriche. In dieser Zeit hat er zehntausende Kinder zu Soldaten oder Sexsklavinnen gemacht. Seit Jahren wird über einen Friedensvertrag verhandelt und Kony schafft es immer wieder sich davor zu drücken bzw. ausgenutzt, um aufzurüsten. Es heisst, nicht nur Kony sondern auch Ugandas Regierung haben nie echtes Interesse an den Verhandlungen gezeigt.

über den Dächern Kampalas

Bujagali Falls in Jinja

Hotelpool inCommonwealth

Ein geiler Song aus Uganda, der macht gleich Appetit auf mehr

 

Nachtleben und Ausgehtipps in Kampala

Discothek  Ange Noir

1.Platz in Kampala wenn es ums Nachtleben geht. Der Laden ist dazu noch dreigeteilt, also für alle Geldbeutel was dabei.

Silk Royale Disco

in erster Linie Studentenclub.

Rock Gardens

Lärmige Bierbar mit Riesentheke und Outdoordisco. Große Auswahl an Huren.

Industrial Area

Strassenstrich in Kampala

Als Bar, Half  London Capital Pub, My Chuchi, Sherry’s Pub

Kabalagala, Vorort von Kampala und vergleichbar mit Mtwapa in Kenya. Dieser Ort schläft nie. Flaniermeile mit vielen Händlern auf der Strasse und es reiht sich Bar an Bar. Lifemusik, Discogedröhn wechseln dabei ab und reichlich Bord- schwalben on the Road.